Entwicklungskredit

Der Kredit mit den positiven Nebenwirkungen

Schulen, Organisationen, Bauern oder kleine Handwerksbetriebe benötigen für ihre Arbeit eine saubere und zuverlässige Energieversorgung. Meist steht aber kein Stromnetz zur Verfügung – oder die Versorgung ist unzuverlässig. Die Arbeit wird dadurch erheblich beeinträchtigt. Nach Sonnenuntergang ist ein produktives Arbeiten nicht mehr möglich. Außerdem fehlen ohne Stromversorgung wichtige Hilfsmittel für ein produktives Ergebnis, etwa solare Wasserpumpen oder Computer.

Ein großes Hindernis für den Einsatz einer solaren Stromversorgung sind die relativ hohen Anschaffungskosten. Dieses Problem lässt sich jedoch lösen, wenn die Solaranlage mit einem Kredit (Laufzeit 2-3 Jahre) abgezahlt werden kann.

Kleinkredite statt Spenden

Kredite für den Kauf einer Solaranlage sind bei lokalen Banken oder Mikrokreditorganisationen nur selten zu erhalten – oder nur zu exorbitant hohen Zinssätzen. Ein Grund dafür ist das Misstrauen der Banken in die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Solartechnik.

Eine vergleichbare Situation hatten wir vor nicht allzu langer Zeit auch in Deutschland und der Schweiz: es hat viele Jahre Überzeugungsarbeit gebraucht, bis Banken endlich Vertrauen in die Solartechnik gefunden haben.

Mit unserem Entwicklungskredit möchten wir dies ändern: Um gemäß unserer Satzung die Verbreitung von Solarenergie über Spendenprojekte hinaus zu fördern, stellen wir finanzielle Mittel zur Verfügung,

  • um einer Schule ein Darlehen für die Installation einer Solaranlage zu geben;
  • um einem Ackerbauer die Anschaffung einer solaren Wasserpumpe als Ersatz für seine ineffiziente und umweltschädliche Dieselpumpe zu ermöglichen;
  • um es einem Schneider zu ermöglichen, auch in den kühleren Abendstunden zu arbeiten;
  • um es einem Viehwirt zu ermöglichen, Sicherheitslampen zum Schutz des Viehs vor Raubtieren zu erwerben.

Unsere lokalen Partnerunternehmen

Der Entwicklungskredit ist darauf angewiesen, dass die Solaranlagen professionell installiert und gewartet werden. Daher nutzen wir zur Installation und Wartung ausschließlich Unternehmen aus dem Sendea-Netzwerk der Stiftung Solarenergie. So fördern wir zugleich das lokale Solarhandwerk und sichern lokale Arbeitsplätze.

Die positiven Wirkungen des Kredits
Der Entwicklungskredit ermöglicht die Verwirklichung zahlreicher sozialer und ökologischer Ziele:

  • Umweltschutz: Verbreitung umweltfreundlicher Technologien bei gleichzeitigem Ersatz von Kerosinlampen bzw. Dieselgeneratoren;
  • Armutslinderung: Verbesserte Einkommensmöglichkeiten, etwa in der Landwirtschaft oder im Kleingewerbe;
  • Gesundheit: Minderung von Krankheiten, hervorgerufen durch Kerosinlampen;
  • Entwicklungshilfe: Schaffung lokaler Arbeitsplätze und Förderung lokalen Kleinunternehmertums;
  • Verbesserte Bildungschancen: durch Bereitstellung einer zuverlässigen Stromversorgung für  Schulen;
  • Bewusstseinsbildung: Der Einsatz von Solarenergie in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbereichen fördert das Bewusstsein für die Möglichkeiten dieser Technik.

   Der Entwicklungskredit: Entwicklungshilfe, ohne die Abhängigkeit von Spenden zu fördern.

Unser aktuelles Projekt: MST-Schule in Uganda

Kosten der Solaranlage: 18.000 Euro

Projektfinanzierung:

  • Anzahlung (10%): 1.800 Euro
  • Entwicklungskredit: Laufzeit 2,5 Jahre, Zinssatz 3%
    Die Zinsen werden genutzt, um die Verwaltungskosten der Stiftung Solarenergie zu decken.

Zur Unterstützung des Entwicklungskredits für die MST-Schule haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Zinsloses Darlehen (Mindestsumme: 2.000 Euro)
  • Zweckgebundene Spende

Laden Sie hier die ausführlichen Informationen zur MST-Schule herunter.

Es fehlen noch 15.000 Euro

Häufig gestellte Fragen

Darlehensnehmerin ist die gemeinnützige Stiftung Solarenergie. Sendea gGmbH, eine 100%ige Tochter der Stiftung Solarenergie.

Der Entwicklungskredit wird jeweils als ein eigenständiges Projektbudget bei der Stiftung Solarenergie. Sendea gGmbH geführt, das unabhängig ist von anderen Aktivitäten der Stiftung Solarenergie.

Ihr eingesetztes Geld wird projektbezogen verwendet, fließt also immer dem Projekt zu, für das Sie das Geld investieren möchten.

Der Kleinkredit wird von der Stiftung Solarenergie einem Sendea-Partnerunternehmen zur Weitergabe an den Kunden gewährt. Auf diese Weise ist jeweils das lokale Sendea-Unternehmen in der Pflicht, den Kredit einzutreiben und steht in der Verantwortung einer ordnungsgemäßen Rückzahlung. Zugleich bildet das jeweilige Unternehmen eine individuelle Kredithistorie, die bei weiteren Kreditvergaben Berücksichtigung findet – und nicht zuletzt auch für spätere externe Investoren als Beleg der Kreditwürdigkeit dienen kann.

Als Mindestbetrag haben wir 2.000 Euro festgelegt.

Die Mindestlaufzeit für Ihr projektbezogen eingesetztes Kapital beträgt drei Jahre.

Alle Darlehensgeber und Spender erhalten halbjährlich einen Bericht über den aktuellen Stand der Aktivitäten und die wirtschaftlichen Situation.

Wenn Sie sich zu einem zinslosen Darlehen entscheiden, füllen Sie bitte den Darlehensvertrag aus und senden uns diesen in zweifacher Form unterschrieben per Post zu.
Sie erhalten dann ein Exemplar des gegengezeichneten Vertrags zurück. Überweisen Sie bitte den Darlehensbetrag auf unser Konto, sobald Sie von uns dazu aufgefordert werden. Wir benötigen das Geld erst, wenn wir genügend verpflichtende Zusagen erhalten haben.

Wenn Sie sich für eine zweckgebundene Spenden (gegen Spendenbescheinigung) entschieden haben, überweisen Sie bitte den Betrag auf unser Spendenkonto unter Angabe des Verwendungszwecks.

Auch wenn wir die Risiken aufgrund unserer langjährigen Erfahrung reduzieren können, muss doch deutlich auf bestehende Ausfallrisiken von Krediten in Entwicklungsländern hingewiesen werden. Im schlimmsten Fall ist ein Totalverlust möglich. Zu den größten Risiken gehören:

  • Währungsrisiko, insbesondere durch Abwertung der lokalen Währung gegenüber dem Euro.
    Das Risiko versuchen wir dadurch zu reduzieren, dass Kredite überwiegend in Euro und nicht in lokaler Währung vergeben werden.
  • Ausfallrisiko durch unzureichende Rückzahlung des Kredits durch den Endkunden.
    Das Risiko versuchen wir zu reduzieren, indem wir das installierende Unternehmen mit in die Verantwortung nehmen und uns in der Regel selbst vor Ort einen persönlichen Eindruck vom Kreditnehmer machen.
  • Politische Risiken, etwa durch Unruhen oder unklare staatliche Regelungen zu Import, Zollbefreiung, Installation und Verkauf von Solarprodukten
    Um dieses Risiko jeweils seriös abschätzen zu können, verfolgen wir die politischen und regulatorischen Entwicklungen in unseren Partnerländern sehr genau. Dazu greifen wir neben unseren lokalen Partnerunternehmen auch auf andere Organisationen, wie etwa die GIZ, als Informationsquelle zurück.

Für weitere Informationen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung:

Dr. Harald Schützeichel, Geschäftsführer Stiftung Solarenergie. Sendea gGmbH
Basler Landstr. 8, 79111 Freiburg
Email: hs@solar-federation.org